Grundlagen
Was ist Radon und woher kommt es?
Radon ist ein radioaktives Edelgas, das überall im Erdreich entsteht. Es bildet sich beim Zerfall von Uran, das in nahezu allen Böden und Gesteinen in unterschiedlicher Menge enthalten ist. Über das Zwischenprodukt Radium-226 entsteht Radon-222, das für den Gebäudebereich maßgebliche Isotop mit einer Halbwertszeit von rund 3,8 Tagen.
Als Gas bewegt sich Radon durch Porenräume, Klüfte und Risse im Untergrund nach oben. Im Freien verdünnt es sich sofort. In Gebäuden kann es sich dagegen anreichern, weil es über erdberührte Bauteile eindringt und die Raumluft nur begrenzt ausgetauscht wird. Radon ist farblos, geruchlos und geschmacklos. Ob ein Gebäude betroffen ist, lässt sich deshalb nur durch eine Messung feststellen.
Quelle Baugrund
Hauptquelle ist in den allermeisten Fällen das Erdreich unter dem Gebäude. Baustoffe und Trinkwasser tragen in Deutschland meist nur wenig bei.
Einheit Bq/m³
Becquerel pro Kubikmeter beschreibt die Zahl der radioaktiven Zerfälle pro Sekunde in einem Kubikmeter Luft.
Starke Schwankungen
Jahreszeit, Luftdruck, Wind, Heizbetrieb und Lüftungsverhalten verändern die Konzentration im Tagesverlauf um ein Vielfaches.
Gesundheitliche Bedeutung
Nach dem Rauchen einer der wichtigsten Risikofaktoren für Lungenkrebs
Gesundheitlich relevant sind vor allem die kurzlebigen Zerfallsprodukte des Radons. Sie lagern sich an Schwebstoffe in der Luft an, werden eingeatmet und setzen sich in den Atemwegen ab. Die dort abgegebene Alphastrahlung kann das Lungengewebe schädigen. Die Wirkung tritt nicht sofort ein, sondern entsteht über Jahre und Jahrzehnte.
Eine im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz durchgeführte Auswertung aus dem Jahr 2024 schätzt, dass in Deutschland jährlich rund 2.800 Lungenkrebs-Todesfälle auf Radon in Wohnungen zurückgehen. Betroffen sind Raucher, ehemalige Raucher und Menschen, die nie geraucht haben.
aller Lungenkrebs-Todesfälle in Deutschland werden rechnerisch Radon in Wohnungen zugeschrieben.
Anstieg des Lungenkrebsrisikos je 100 Bq/m³ höherer langjähriger Radonkonzentration.
Schwellenwert: Auch unterhalb des Referenzwerts ist eine Senkung sinnvoll, wenn sie mit vertretbarem Aufwand möglich ist.
Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), Veröffentlichung November 2024.
Rechtlicher Rahmen
Strahlenschutzgesetz: Was gilt für Gebäude und Arbeitsplätze?
Seit dem 31. Dezember 2018 regeln das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) und die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) den Schutz vor Radon in Aufenthaltsräumen und an Arbeitsplätzen. Die Länder haben zum Ende des Jahres 2020 Radonvorsorgegebiete ausgewiesen, in denen erweiterte Pflichten gelten.
| Regelung | Inhalt | Betrifft |
|---|---|---|
| § 121 | Festlegung von Radonvorsorgegebieten durch die Länder, Überprüfung mindestens alle zehn Jahre | Länderbehörden |
| § 123 | Maßnahmen gegen den Zutritt von Radon bei der Errichtung von Gebäuden; in Radonvorsorgegebieten zusätzliche Maßnahmen nach StrlSchV | Bauherren, Planer |
| §§ 124, 126 | Referenzwert 300 Bq/m³ im Jahresmittel für Aufenthaltsräume und Arbeitsplätze in Innenräumen | alle Gebäude |
| § 127 | Messpflicht an Arbeitsplätzen im Erd- und Kellergeschoss in Radonvorsorgegebieten sowie in Radon-Arbeitsfeldern | Arbeitgeber, Selbstständige |
| § 128 | Bei Überschreitung: unverzügliche Maßnahmen zur Senkung und Nachweis durch erneute Messung | Arbeitsplatzverantwortliche |
| § 129 | Anmeldung bei der Behörde, wenn der Referenzwert nach Maßnahmen weiterhin überschritten wird | Arbeitsplatzverantwortliche |
Private Wohngebäude
Für private Wohnhäuser besteht derzeit keine allgemeine Mess- oder Sanierungspflicht. Der Referenzwert gilt dort als Orientierung. Behörden empfehlen dennoch eine Messung, vor allem in Radonvorsorgegebieten und vor größeren Modernisierungen.
Diese Übersicht dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist der jeweils aktuelle Gesetzestext.
Radon in Mitteldeutschland
Thüringen, Sachsen und das Erzgebirge
Mitteldeutschland gehört zu den Regionen mit erhöhtem Radonpotenzial. Ursache sind uranhaltige Gesteine in den Mittelgebirgen und die Hinterlassenschaften des Uranbergbaus. In Sachsen sind große Teile des Erzgebirges und des Vogtlands betroffen. Die Sächsische Energieagentur SAENA bietet dort eine eigene Initialberatung zum radongerechten Bauen und Sanieren an.
In Thüringen hat das Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) zum 31. Dezember 2020 Radonvorsorgegebiete auf Gemeindeebene festgelegt. Dazu gehören unter anderem Gemeinden in den Landkreisen Greiz und Saalfeld-Rudolstadt, im Altenburger Land, im Landkreis Gotha und im Wartburgkreis.
- Ronneburg
- Korbußen
- Paitzdorf
- Kauern
- Posterstein
- Schwarzatal
- Gräfenthal
- Katzhütte
- Tambach-Dietharz
- Luisenthal
- Ruhla
Auswahl. Vollständig und rechtlich maßgeblich ist die Allgemeinverfügung des TLUBN. Auch außerhalb der Vorsorgegebiete kann der Referenzwert in einzelnen Gebäuden überschritten werden.
Eintrittspfade
Wie gelangt Radon in ein Gebäude?
Radon strömt mit der Bodenluft überall dort ein, wo die erdberührte Gebäudehülle nicht dicht ist und im Gebäude ein leichter Unterdruck gegenüber dem Erdreich herrscht. Warme Raumluft steigt nach oben und entweicht im Dachbereich. Unten strömt Luft nach, und diese stammt bei undichten Bauteilen zum Teil aus dem Baugrund.
- 1Risse und Fugen in der Bodenplatte
- 2Anschlussfuge zwischen Wand und Boden
- 3Rohr- und Kabeldurchführungen, Hausanschlüsse
- 4Bodenabläufe, Pumpensümpfe, Schächte
- 5Kellertreppe, Kellertür, Installationsschächte
- 6Kamineffekt: warme Luft steigt auf, unten strömt Bodenluft nach
Fachliche Einordnung
Warum Radonsanierung kein Standardfall ist
Radon lässt sich mit Lüftungstechnik wirksam senken. Ein einfaches Rezept gibt es dafür nicht. Die Eintrittspfade sind häufig nicht sichtbar und lassen sich auch messtechnisch nur mit Aufwand eingrenzen. Haarrisse unter Bodenbelägen, Hohlräume in altem Mauerwerk, verfüllte Leitungsgräben oder ehemalige Bergbauhohlräume im Untergrund verhalten sich in jedem Gebäude anders.
Hinzu kommt, dass die Radonkonzentration direkt von Druckunterschieden abhängt. Jede Abluftquelle im Haus, jeder Temperaturwechsel und jede Wetterlage verschiebt das Gleichgewicht. Eine Lüftungsanlage, die diese Zusammenhänge nicht berücksichtigt, kann die Situation im ungünstigen Fall sogar verschlechtern.
Deshalb arbeiten wir nach einem festen Prinzip: Zuerst wird gemessen und das Gebäude gemeinsam mit einem Gutachter begangen. Dann planen wir. Nach der Umsetzung wird erneut gemessen und nachjustiert. Wenn Lüftung allein nicht ausreicht, sagen wir das offen und binden bauliche Maßnahmen ein.
Maßnahmen
Vom Sofortschritt bis zur baulichen Sanierung
Welche Maßnahme passt, hängt von Ausgangswert, Bauweise, Nutzung und Eintrittssituation ab. In der Praxis werden mehrere Maßnahmen kombiniert. Unser Schwerpunkt ist die Lüftungstechnik. Wo sie an ihre Grenzen stößt, etwa bei sehr hohen Ausgangswerten, großen Bodenplatten in Gewerbe und Industrie oder stark durchlässigem Untergrund, ist eine Absaugung unter der Bodenplatte oft die bessere Lösung. Diese setzen wir mit spezialisierten Partnerfirmen deutschlandweit um.
Alle Radonschutz-Techniken im Vergleich
Unterdruck vermeiden und Nutzung anpassen
Erdberührte Räume häufiger lüften, Kellertüren geschlossen halten, Abluft von Dunstabzugshauben, Trocknern und raumluftabhängigen Feuerstätten auf ausreichende Nachströmung prüfen. Stark belastete Räume vorübergehend nicht als Schlaf- oder Daueraufenthaltsraum nutzen.
gering investivGeregelte Lüftung mit abgestimmter Druckführung
Kontinuierliche Verdünnung mit Außenluft und Beeinflussung der Druckverhältnisse im erdberührten Bereich. Dezentrale Geräte mit Wärmerückgewinnung lassen sich in Bestandsgebäuden ohne Kanalnetz nachrüsten; zentrale Anlagen bieten sich bei größeren Objekten und Neubauten an.
KernkompetenzBestand und NeubauEintrittspfade abdichten
Risse, Fugen, Rohr- und Kabeldurchführungen, Bodenabläufe und Kellertüren werden gezielt abgedichtet. Wirksam vor allem in Kombination mit Lüftung, da sich selten alle Pfade vollständig schließen lassen.
mit PartnerbetriebenRadonbrunnen und Unterbodenabsaugung
Ein Ventilator erzeugt unter der Bodenplatte einen leichten Unterdruck und führt das radonhaltige Bodengas ins Freie ab, bevor es in das Gebäude gelangt. Geeignet bei hohen Ausgangswerten und großen Eintrittsflächen.
bei hohen WertenIndustrie und große GebäudeAbtrennen, neue Bodenplatte, Flächenabdichtung
Abtrennung und separate Belüftung von Kellerbereichen, radondichte Flächenabdichtung oder Erneuerung der Bodenplatte. Wir koordinieren die Fachfirmen und stimmen die Gewerke mit der Lüftung ab.
koordiniertLüftungstechnik
Worauf es bei einer Radon-Lüftung ankommt
Druckbalance
Im erdberührten Bereich darf kein Unterdruck gegenüber dem Erdreich entstehen. Je nach Situation wird ausgeglichen oder gezielt zuluftbetont betrieben.
Feuchteschutz
Ein dauerhafter Überdruck kann in der Heizperiode warme, feuchte Raumluft in Bauteile drücken. Luftmengen und Betriebszeiten werden deshalb bauphysikalisch abgestimmt.
Wärmerückgewinnung
Geräte mit Wärmerückgewinnung begrenzen die Lüftungswärmeverluste. Den Wärmebereitstellungsgrad weisen wir je Gerät anhand des Herstellerdatenblatts aus.
Regelung und Nachweis
Nach der Inbetriebnahme folgen Kontrollmessungen. Erst wenn die Werte bestätigt sind, ist die Maßnahme abgeschlossen.
Für die Nachrüstung in bewohnten Gebäuden setzen wir bevorzugt dezentrale Lüftungsgeräte im Push-Pull-Prinzip ein. Jeweils zwei Geräte arbeiten im Wechsel, ein keramischer Wärmespeicher nimmt die Wärme der Abluft auf und gibt sie an die einströmende Außenluft ab. Über die Steuerung lassen sich Betriebsarten und Luftmengen raumweise abstimmen.
Unser Partnerhersteller inVENTer aus Löberschütz bei Jena befasst sich auch wissenschaftlich mit radongerechter Lüftung, unter anderem mit einem Fachbeitrag zur Konferenz „Innenraumluft 2024“ gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Diese Nähe zum Stammwerk nutzen wir für Planung, Schulung und Baustellenbetreuung.
Ablauf
In sieben Schritten zum belegten Ergebnis
Erstgespräch
Vorhandene Messwerte, Gebäude, Nutzung und Ziel werden besprochen.
Messung
Langzeitmessung zur Bewertung, ergänzend zeitlich aufgelöste Messungen zur Ursachensuche.
Begehung mit Gutachter
Ortstermin zur Ermittlung wahrscheinlicher Eintrittspfade und der Druckverhältnisse.
Konzept
Lüftungskonzept und, wenn nötig, bauliche Ergänzungen mit Sanierungsziel und Angebot.
Umsetzung
Montage durch geschulte Handwerks- und Partnerbetriebe mit Baustellenbetreuung durch uns.
Einregulierung
Inbetriebnahme, Einstellung der Druckbalance und Einweisung der Nutzer.
Erfolgsmessung
Kontrollmessung, Nachjustierung und Bestätigung durch Langzeitmessung.
Leistungen und Objekte
Für welche Gebäude wir tätig sind
- Einfamilienhäuser
- Mehrfamilienhäuser
- Wohnungseigentümergemeinschaften
- Büro- und Gewerbeeinheiten
- Werkstätten und Betriebsstätten
- Schulen
- Kindertagesstätten
- Verwaltungs- und öffentliche Gebäude
- Wasserversorgung und technische Anlagen
- Denkmalgeschützte Gebäude
- Neubauten in Radonvorsorgegebieten
Planung
Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 mit Berücksichtigung des Radonschutzes, Geräteauswahl und Positionierung.
Koordination
Abstimmung mit Gutachtern, Messstellen, Handwerksbetrieben und Fachfirmen für bauliche Maßnahmen.
Betreuung
Baustellenbetreuung, Inbetriebnahme, Einweisung der Nutzer und Begleitung der Erfolgsmessung.
Förderberatung
Prüfung aktueller Förderprogramme über das Energie- & Lüftungsbüro Jena zum Zeitpunkt Ihres Vorhabens.
Über uns
Eine Fachabteilung unter dem Dach des Energie- & Lüftungsbüro Jena
Radon-Lüftung ist die spezialisierte Fachabteilung des Energie- & Lüftungsbüro Jena. Wir bündeln die Erfahrung aus Lüftungsplanung, Energieberatung und Baustellenbetreuung für eine Aufgabe, die fachübergreifendes Arbeiten verlangt.
Über zehn Jahre Lüftungspraxis
Wir planen und betreuen Wohnraumlüftung seit über zehn Jahren und haben in zahlreichen radonbelasteten Objekten die Konzentration gesenkt.
Gutachter an unserer Seite
Begehungen, Messungen und Ursachenanalyse erfolgen gemeinsam mit erfahrenen Gutachtern.
Wir kennen unsere Grenzen
Lüftung ist unser Schwerpunkt. Ist eine Absaugung unter der Bodenplatte oder eine bauliche Sanierung zielführender, sagen wir das offen und binden deutschlandweit spezialisierte Partnerfirmen ein.
Showroom in Jena
Lüftungsgeräte im Betrieb erleben und Lösungen für Ihr Objekt besprechen.
Nähe zum Stammwerk
Handwerkerschulungen gemeinsam mit dem Hersteller vor den Toren Jenas sichern eine fachgerechte Montage.
Weit über Thüringen hinaus
Objekte in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und der Region Berlin; für bauliche Maßnahmen und Unterbodenabsaugungen Partnerfirmen deutschlandweit.
Lüftungsplanung, Energieberatung und Energieausweise bietet das Energie- & Lüftungsbüro Jena auf seiner Hauptseite an.
Zur Hauptseite www.el-jena.deHäufige Fragen
66 Fragen und Antworten zu Radon
Grundlagen 10
01Was ist Radon?
Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas. Es ist farblos, geruchlos und geschmacklos und kann daher von Menschen nicht wahrgenommen werden. Im Gebäudebereich ist fast ausschließlich das Isotop Radon-222 relevant.
02Woher kommt Radon?
Radon entsteht im Erdreich beim radioaktiven Zerfall von Uran über Radium-226. Uran ist in nahezu allen Böden und Gesteinen in unterschiedlicher Menge enthalten, besonders in Granit, Gneis, Schiefer und in ehemaligen Bergbaugebieten. Das Gas wandert über Poren, Klüfte und Risse im Boden nach oben und tritt an der Oberfläche aus.
03Warum sammelt sich Radon gerade in Gebäuden an?
Im Freien verdünnt sich Radon sofort mit der Außenluft. In einem Gebäude kann das Gas dagegen über erdberührte Bauteile eindringen und sich in der Raumluft anreichern, vor allem wenn wenig Luftaustausch stattfindet und im unteren Gebäudebereich ein Unterdruck gegenüber dem Erdreich besteht.
04Wie lange bleibt Radon radioaktiv?
Radon-222 hat eine Halbwertszeit von rund 3,8 Tagen. Da es aus dem Untergrund ständig nachgeliefert wird, ist die Belastung in einem betroffenen Gebäude jedoch dauerhaft vorhanden und nicht nach einigen Tagen vorbei.
05In welcher Einheit wird Radon gemessen?
Die Radonkonzentration in der Luft wird in Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) angegeben. Ein Becquerel entspricht einem radioaktiven Zerfall pro Sekunde. 300 Bq/m³ bedeuten also 300 Zerfälle pro Sekunde in einem Kubikmeter Raumluft.
06Wie hoch ist die Radonkonzentration in Wohnungen im Durchschnitt?
Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) liegt der Jahresmittelwert in deutschen Wohnräumen bei rund 50 Bq/m³. Einzelne Gebäude können jedoch Werte von mehreren hundert bis über tausend Bq/m³ erreichen.
07Welche Regionen sind besonders betroffen?
Erhöhte Werte treten vor allem in Mittelgebirgsregionen und Gebieten mit uranhaltigem Gestein auf, etwa im Erzgebirge, im Vogtland, im Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge, im Fichtelgebirge, im Bayerischen Wald und im Schwarzwald sowie in ehemaligen Bergbaugebieten. Die Bundesländer weisen dafür Radonvorsorgegebiete aus.
08Kann Radon auch außerhalb von Radonvorsorgegebieten erhöht sein?
Ja. Auch außerhalb ausgewiesener Gebiete können einzelne Gebäude den Referenzwert überschreiten, und umgekehrt ist innerhalb eines Vorsorgegebiets nicht jedes Gebäude betroffen. Entscheidend sind die örtliche Geologie, der Zustand des Gebäudes und das Nutzungsverhalten. Gewissheit bringt nur eine Messung.
09Kann Radon aus Baustoffen oder dem Trinkwasser stammen?
Beides ist möglich, spielt in Deutschland aber meist eine untergeordnete Rolle. Hauptquelle ist in den allermeisten Fällen der Baugrund. Bei eigener Brunnenwasserversorgung in betroffenen Regionen kann Radon aus dem Wasser zusätzlich beitragen.
10Betrifft Radon nur Keller und Erdgeschoss?
Am stärksten betroffen sind erdberührte Geschosse. Über Treppenhäuser, Installationsschächte, Aufzugsschächte und undichte Geschossdecken kann Radon aber auch in obere Etagen gelangen. Der thermische Auftrieb (Kamineffekt) im Winter verstärkt diesen Transport.
Gesundheit 7
11Warum ist Radon gesundheitsschädlich?
Gefährlich sind vor allem die kurzlebigen Zerfallsprodukte des Radons wie Polonium, Blei und Bismut. Sie lagern sich an Staubteilchen an, werden eingeatmet und setzen sich in den Atemwegen ab. Dort geben sie Alphastrahlung ab, die das Lungengewebe schädigen und langfristig Lungenkrebs auslösen kann.
12Wie viele Lungenkrebsfälle gehen auf Radon zurück?
Eine im Auftrag des BfS durchgeführte Studie aus dem Jahr 2024 schätzt, dass in Deutschland jährlich rund 2.800 Lungenkrebs-Todesfälle auf Radon in Wohnungen zurückzuführen sind. Das entspricht etwa 6 Prozent aller Lungenkrebs-Todesfälle. Radon gilt damit nach dem Rauchen als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Lungenkrebs.
13Ab welcher Konzentration steigt das Risiko?
Es gibt keinen Schwellenwert, unterhalb dessen Radon völlig unbedenklich ist. Nach der genannten BfS-Auswertung steigt das Lungenkrebsrisiko um rund 16 Prozent, wenn die langjährige Radonkonzentration um 100 Bq/m³ zunimmt. Maßgeblich sind die Höhe der Konzentration und die Aufenthaltsdauer.
14Sind Raucher stärker gefährdet?
Ja. Radon und Tabakrauch verstärken sich in ihrer Wirkung gegenseitig. Raucherinnen und Raucher haben bei gleicher Radonbelastung ein deutlich höheres absolutes Lungenkrebsrisiko als Nichtraucher. Aber auch Menschen, die nie geraucht haben, sind betroffen.
15Verursacht Radon akute Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Husten?
Nein. Radon führt nicht zu spürbaren Sofortsymptomen. Das Risiko entsteht schleichend über viele Jahre. Gerade deshalb wird das Thema häufig unterschätzt.
16Welche Empfehlung gibt die Weltgesundheitsorganisation?
Die WHO empfiehlt, die Radonkonzentration in Aufenthaltsräumen möglichst unter 100 Bq/m³ zu halten. Der deutsche Referenzwert liegt bei 300 Bq/m³ im Jahresmittel. Das BfS rät, auch unterhalb des Referenzwerts Maßnahmen zu prüfen, wenn sie mit vertretbarem Aufwand möglich sind.
17Sind Kinder besonders gefährdet?
Kinder verbringen oft viel Zeit in Innenräumen und haben eine lange Lebenszeit vor sich, über die sich eine Belastung auswirken kann. Für Wohnräume, Schulen und Kindertagesstätten in betroffenen Regionen ist eine Messung daher besonders sinnvoll. Medizinische Einzelfragen sollten mit einem Arzt geklärt werden.
Messung 10
18Wie finde ich heraus, ob mein Gebäude belastet ist?
Nur eine Messung schafft Klarheit. Ein Blick auf die Radonkarten des BfS oder der Länder gibt eine erste Einschätzung, ersetzt aber keine Messung im konkreten Gebäude.
19Wie wird Radon gemessen?
Für die Bewertung nach Referenzwert werden in der Regel passive Messgeräte (Exposimeter bzw. Kernspurdetektoren) über zwölf Monate in den genutzten Räumen aufgestellt und anschließend im Labor ausgewertet. Für die Ursachensuche kommen zusätzlich elektronische Messgeräte zum Einsatz, die den Verlauf der Konzentration zeitlich aufgelöst darstellen.
20Warum dauert eine Messung ein ganzes Jahr?
Die Radonkonzentration schwankt stark mit Jahreszeit, Wetter, Luftdruck, Heizbetrieb und Lüftungsverhalten. Im Winter liegen die Werte meist deutlich höher als im Sommer. Der Referenzwert bezieht sich auf das Jahresmittel, das nur eine Langzeitmessung zuverlässig abbildet.
21Reicht eine Kurzzeitmessung aus?
Eine Kurzzeitmessung von einigen Tagen eignet sich als Orientierung und für die Diagnose von Eintrittspfaden. Für eine belastbare Bewertung und für Pflichtmessungen an Arbeitsplätzen ist sie nicht ausreichend.
22Wo stellt man die Messgeräte auf?
In den Räumen, in denen sich Menschen regelmäßig aufhalten, bevorzugt in den erdberührten Geschossen. Die Geräte gehören nicht direkt an Fenster, Heizkörper oder Lüftungsauslässe. Die Messanleitung des Anbieters ist einzuhalten.
23Wer darf Radonmessungen an Arbeitsplätzen durchführen?
Messungen an Arbeitsplätzen nach Strahlenschutzgesetz müssen mit Messgeräten einer vom BfS anerkannten Stelle erfolgen. Eine Liste der anerkannten Stellen veröffentlicht das BfS.
24Was kostet eine Radonmessung?
Passive Messgeräte für eine Langzeitmessung sind bei anerkannten Anbietern vergleichsweise günstig erhältlich. Zusätzliche Diagnosemessungen und Begehungen durch Gutachter werden individuell angeboten. Einige Bundesländer bieten zeitweise kostenfreie Messprogramme an.
25Gibt es kostenlose Messprogramme?
Ja, zeitweise. Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) hat beispielsweise Messprogramme für Haus- und Wohnungseigentümer angeboten. Auch in anderen Bundesländern gibt es solche Angebote. Teilnahme und Fristen richten sich nach dem jeweiligen Programm.
26Wie wird der Erfolg einer Sanierung überprüft?
Der Erfolg jeder Radonschutzmaßnahme kann nur durch eine erneute Messung nachgewiesen werden. Wir empfehlen nach der Umsetzung zunächst eine zeitlich aufgelöste Kontrollmessung zur Feinjustierung und anschließend eine Langzeitmessung zur Bestätigung.
27Was bedeutet ein einzelner hoher Messwert?
Ein einzelner Spitzenwert sagt wenig über die Jahresbelastung aus. Hohe Werte in den frühen Morgenstunden, bei Hochdruckwetterlagen oder nach Frost sind typisch. Für die Bewertung zählen Langzeitmittelwert und Nutzungsprofil des Raumes.
Recht und Pflichten 9
28Welche gesetzlichen Regelungen gibt es zu Radon?
Der Schutz vor Radon ist im Strahlenschutzgesetz (StrlSchG, Teil 4 Kapitel 2) und in der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) geregelt. Die Regelungen gelten seit dem 31. Dezember 2018 und setzen die europäische Richtlinie 2013/59/Euratom um.
29Was ist der Referenzwert von 300 Bq/m³?
Für Aufenthaltsräume und Arbeitsplätze in Innenräumen gilt ein Referenzwert von 300 Bq/m³ für die über das Jahr gemittelte Radon-222-Konzentration. Der Referenzwert ist kein Grenzwert. Er dient als Maßstab, ob Schutzmaßnahmen angemessen sind. Sinnvoll sind Maßnahmen oft bereits unterhalb dieses Wertes.
30Was sind Radonvorsorgegebiete?
Radonvorsorgegebiete sind Gebiete, in denen nach Einschätzung der Länder in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden mit einer Überschreitung des Referenzwerts zu rechnen ist. Dort gelten erweiterte Pflichten, insbesondere für Arbeitsplätze und für Neubauten. Die Festlegung ist mindestens alle zehn Jahre zu überprüfen.
31Welche Radonvorsorgegebiete gibt es in Thüringen?
Das TLUBN hat zum 31. Dezember 2020 per Allgemeinverfügung Radonvorsorgegebiete auf Gemeindeebene ausgewiesen, unter anderem Gemeinden in den Landkreisen Greiz (z. B. Ronneburg), Saalfeld-Rudolstadt (z. B. Schwarzatal, Gräfenthal, Katzhütte), Altenburger Land, Gotha und im Wartburgkreis. Maßgeblich ist die jeweils aktuelle Allgemeinverfügung des TLUBN.
32Muss ich als privater Hauseigentümer messen oder sanieren?
Für private Wohngebäude besteht derzeit keine allgemeine Mess- oder Sanierungspflicht. Der Referenzwert dient dort als Orientierung. Aus gesundheitlicher Sicht empfehlen Behörden wie das BfS dennoch eine Messung, insbesondere in betroffenen Regionen.
33Welche Pflichten haben Arbeitgeber?
Befindet sich ein Arbeitsplatz im Erd- oder Kellergeschoss eines Gebäudes in einem Radonvorsorgegebiet oder handelt es sich um ein im Gesetz genanntes Radon-Arbeitsfeld, muss die Radonkonzentration gemessen werden (§ 127 StrlSchG). Die Pflicht gilt auch für Selbstständige ohne Angestellte.
34Was passiert, wenn am Arbeitsplatz der Referenzwert überschritten wird?
Der Verantwortliche muss unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um die Radonkonzentration unter den Referenzwert zu senken (§ 128 StrlSchG). Der Erfolg ist durch eine erneute Messung nachzuweisen. Bleibt der Wert weiterhin über 300 Bq/m³, ist der Arbeitsplatz bei der zuständigen Behörde anzumelden; dann können Pflichten des beruflichen Strahlenschutzes folgen.
35Welche Anforderungen gelten für Neubauten?
Wer ein Gebäude mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen errichtet, muss geeignete Maßnahmen treffen, um den Zutritt von Radon aus dem Baugrund zu verhindern oder erheblich zu erschweren (§ 123 StrlSchG). In Radonvorsorgegebieten sind nach der Strahlenschutzverordnung zusätzliche Maßnahmen vorzusehen.
36Haben Mieter oder Vermieter besondere Rechte und Pflichten?
Das Strahlenschutzgesetz enthält für Mietwohnungen keine ausdrückliche Mess- oder Sanierungspflicht. Mietrechtliche Fragen hängen vom Einzelfall ab und sollten mit einer Rechtsberatung geklärt werden. Wir unterstützen technisch bei Messung, Ursachenanalyse und Umsetzung.
Sanierung und Lüftung 16
37Kann man eine hohe Radonkonzentration senken?
Ja, in den allermeisten Fällen. Je nach Ausgangswert, Gebäude und Eintrittssituation kommen organisatorische, lüftungstechnische und bauliche Maßnahmen in Betracht, häufig in Kombination. Wichtig ist eine Planung auf Basis von Messdaten und einer Begehung.
38Warum ist Radonsanierung kein Standardfall?
Die Eintrittspfade sind oft schwer zu ermitteln. Radon kann über kaum sichtbare Haarrisse, Fugen, Rohr- und Kabeldurchführungen, Bodenabläufe, Lichtschächte oder undichte Kellertüren eindringen. Zudem hängt die Konzentration von Druckverhältnissen ab, die sich mit Wetter, Heizbetrieb und Nutzung ständig ändern. Jedes Gebäude verhält sich anders.
39Hilft regelmäßiges Fensterlüften?
Häufiges Stoß- und Querlüften senkt die Konzentration kurzfristig, ist aber selten dauerhaft verlässlich, vor allem nachts und in der Heizperiode. Es eignet sich als Sofortmaßnahme bis zur Umsetzung einer dauerhaften Lösung.
40Wie senkt eine Lüftungsanlage die Radonkonzentration?
Eine Lüftungsanlage verdünnt das eingedrungene Radon kontinuierlich mit Außenluft. Bei richtiger Auslegung und Einstellung kann sie zusätzlich die Druckverhältnisse im erdberührten Bereich so beeinflussen, dass weniger Radon aus dem Baugrund angesaugt wird. Entscheidend sind Luftmengen, Luftführung und Druckbalance.
41Kann eine Lüftungsanlage die Situation auch verschlechtern?
Ja. Eine reine Abluftanlage oder eine unausgewogen eingestellte Anlage erzeugt im Gebäude Unterdruck und kann dadurch zusätzliches Radon aus dem Erdreich ansaugen. Gleiches gilt für Dunstabzugshauben im Abluftbetrieb, Wäschetrockner mit Abluft oder raumluftabhängige Feuerstätten. Deshalb gehört die Druckbilanz des Gebäudes zu jeder Planung.
42Was bedeutet Überdruckbetrieb bei der Radonlüftung?
Wird im betroffenen Bereich etwas mehr Luft zugeführt als abgeführt, entsteht ein leichter Überdruck gegenüber dem Erdreich. Dadurch wird das Nachströmen von Radon erschwert. Ein dauerhafter Überdruck kann in der Heizperiode jedoch warme, feuchte Raumluft in die Bauteile drücken. Er muss deshalb bauphysikalisch bewertet und gezielt dosiert werden.
43Eignen sich dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung?
Ja, für viele Bestandsgebäude sind sie eine gut nachrüstbare Lösung. Dezentrale Geräte im Push-Pull-Prinzip arbeiten paarweise im Wechselbetrieb und gewinnen die Wärme der Abluft über einen keramischen Speicher zurück. Je nach Steuerung lassen sie sich für einen ausgeglichenen oder gezielt zuluftbetonten Betrieb einstellen. Die Eignung prüfen wir objektbezogen.
44Wann ist eine zentrale Lüftungsanlage sinnvoll?
Bei größeren Gebäuden, Gewerbeeinheiten, Neubauten oder umfassenden Sanierungen kann eine zentrale Anlage mit Wärmerückgewinnung die bessere Wahl sein, weil sich Luftmengen und Druckverhältnisse zonenweise präzise einstellen lassen. Die Entscheidung treffen wir nach Bestandsaufnahme.
45Was ist ein Radonbrunnen?
Ein Radonbrunnen ist eine Absaugung unterhalb der Bodenplatte. Über einen Schacht oder eine Sammelleitung im Baugrund wird mit einem Ventilator ein leichter Unterdruck unter dem Gebäude erzeugt. Das radonhaltige Bodengas wird abgesaugt und ins Freie abgeführt, bevor es in das Gebäude gelangt. Das Verfahren ist besonders bei hohen Ausgangswerten wirksam.
46Welche baulichen Maßnahmen gibt es?
Dazu gehören das Abdichten von Rissen, Fugen und Durchführungen, das Abdichten von Kellertüren zum Wohnbereich, geruchsdichte Bodenabläufe, das Abtrennen und separate Belüften von Kellerbereichen, eine radondichte Abdichtung der Bodenplatte sowie Unterbodenabsaugungen. Welche Maßnahme sinnvoll ist, ergibt sich aus der Diagnose.
47Reicht eine Lüftungsanlage allein immer aus?
Nicht immer. Bei moderaten Überschreitungen erreicht eine richtig geplante Lüftung häufig das Ziel. Bei sehr hohen Werten oder großen Eintrittsflächen sind ergänzende bauliche Maßnahmen notwendig. Für diesen Fall arbeiten wir mit Fachfirmen für Abdichtung, Trockenbau und Tiefbau zusammen und koordinieren die Umsetzung.
48Um wie viel lässt sich die Konzentration senken?
Das hängt vom Ausgangswert, vom Gebäude und von der Maßnahme ab. Eine pauschale Zusage ist fachlich nicht seriös. Wir legen das Sanierungsziel gemeinsam mit dem Gutachter fest und weisen das Ergebnis durch Messung nach.
49Steigen durch eine Lüftungsanlage die Heizkosten?
Jeder Luftwechsel transportiert Wärme nach außen. Anlagen mit Wärmerückgewinnung holen einen großen Teil dieser Wärme zurück; den konkreten Wärmebereitstellungsgrad entnehmen Sie dem Datenblatt des jeweiligen Geräts. Im Vergleich zu dauerhaft geöffneten Fenstern ist eine geregelte Lüftung mit Wärmerückgewinnung in der Regel die günstigere Variante.
50Wie laut sind Lüftungsgeräte im Dauerbetrieb?
Moderne Geräte sind auf leisen Dauerbetrieb ausgelegt. Die Schallwerte hängen von Gerät, Lüftungsstufe und Einbausituation ab und sind den Herstellerangaben zu entnehmen. In unserem Showroom in Jena können Sie Geräte im Betrieb erleben.
51Muss eine Radon-Lüftungsanlage gewartet werden?
Ja. Filter müssen regelmäßig gereinigt oder getauscht und die Einstellungen in Abständen überprüft werden, damit die Druckbalance erhalten bleibt. Wir weisen die Nutzer bei der Übergabe ein und empfehlen nach einiger Zeit eine Kontrollmessung.
52Was kann ich sofort tun, bis eine Lösung umgesetzt ist?
Lüften Sie häufiger, insbesondere die erdberührten Räume. Halten Sie Kellertüren zum Wohnbereich geschlossen. Vermeiden Sie Unterdruck durch Abluftgeräte und raumluftabhängige Feuerstätten ohne ausreichende Nachströmung. Nutzen Sie stark belastete Räume möglichst nicht als Schlaf- oder Daueraufenthaltsräume.
Neubau und Modernisierung 4
53Wie schützt man einen Neubau vor Radon?
Grundlage ist eine fachgerechte, durchgehende Abdichtung des Gebäudes gegen das Erdreich, wie sie auch gegen Bodenfeuchte erforderlich ist. In Radonvorsorgegebieten kommen weitere Maßnahmen hinzu, zum Beispiel radondichte Bahnen, abgedichtete Durchführungen, eine vorbereitete Unterbodenabsaugung oder eine Lüftungsanlage mit abgestimmter Druckführung.
54Kann eine Wohnraumlüftung im Neubau gleich für den Radonschutz geplant werden?
Ja, und das ist deutlich günstiger als eine spätere Nachrüstung. Wir berücksichtigen Radon bereits in der Lüftungsplanung nach DIN 1946-6, indem wir Luftführung und Druckbalance im erdberührten Bereich gezielt auslegen.
55Erhöht eine energetische Sanierung das Radonrisiko?
Sie kann es. Neue Fenster und eine dichtere Gebäudehülle verringern den natürlichen Luftwechsel. Ist Radon vorhanden, kann die Konzentration danach steigen. Bei Modernisierungen in betroffenen Regionen sollte der Radonschutz deshalb von Beginn an mitgeplant werden, beispielsweise über ein Lüftungskonzept.
56Gibt es technische Regeln für Radonschutzmaßnahmen?
Ja. Die Technische Spezifikation DIN/TS 18117-1 beschreibt bauliche und lüftungstechnische Maßnahmen zum Radonschutz. Hinzu kommen Leitfäden des BfS sowie Planungshilfen der Länder, etwa aus Sachsen. Wir richten unsere Planung an diesen Grundlagen aus.
Zusammenarbeit, Kosten und Förderung 10
57Wie läuft eine Zusammenarbeit mit Ihnen ab?
Am Anfang steht ein Gespräch über vorhandene Messwerte, Gebäude und Nutzung. Danach folgen bei Bedarf weitere Messungen, eine Begehung gemeinsam mit einem Gutachter, ein Maßnahmenkonzept, die Umsetzung mit unseren Partnerbetrieben, die Einregulierung mit Einweisung und abschließend die Erfolgsmessung.
58Arbeiten Sie mit Gutachtern zusammen?
Ja. Für die Begehung, die Messung und die Ursachenanalyse arbeiten wir mit erfahrenen Gutachtern bzw. Radon-Fachpersonen zusammen. Aus deren Befund und unserer Lüftungsplanung entsteht ein abgestimmtes Konzept.
59In welchem Gebiet sind Sie tätig?
Unser Sitz ist Jena. Wir betreuen Objekte in ganz Thüringen und weit darüber hinaus, insbesondere in Sachsen mit dem Erzgebirge und Vogtland, in Sachsen-Anhalt und in der Region Berlin. Für die Umsetzung vor Ort greifen wir auf ein Netz aus Handwerks- und Partnerbetrieben zurück; für Absaugungen unter der Bodenplatte und bauliche Maßnahmen arbeiten wir deutschlandweit mit spezialisierten Partnerfirmen zusammen.
60Übernehmen Sie auch die bauliche Umsetzung?
Wir koordinieren sie. Unser Schwerpunkt ist die Lüftungstechnik, und wir wissen, wo ihre Grenzen liegen. Wenn Lüftung allein das Ziel nicht erreicht oder eine Absaugung unter der Bodenplatte die bessere Lösung ist, binden wir deutschlandweit spezialisierte Partnerfirmen für Unterbodenabsaugung, Abdichtung und Bodenarbeiten ein und stimmen die Maßnahmen technisch aufeinander ab.
61Was kostet eine Radonsanierung?
Die Kosten hängen von Gebäudegröße, Ausgangswert, Eintrittssituation und gewählter Maßnahme ab und reichen von einfachen Abdichtungen bis zu umfangreichen Lösungen. Nach der Begehung erhalten Sie ein konkretes Angebot.
62Gibt es Fördermittel für Radonschutzmaßnahmen?
Je nach Bundesland, Gebäudeart und Art der Maßnahme können Förderprogramme in Betracht kommen, etwa für Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung im Rahmen der energetischen Sanierung oder über Landesprogramme. Die Programme ändern sich regelmäßig. Über das Energie- & Lüftungsbüro Jena prüfen wir die zum Zeitpunkt Ihres Vorhabens geltenden Möglichkeiten.
63Betreuen Sie auch Gewerbe, Schulen und öffentliche Gebäude?
Ja. Neben Ein- und Mehrfamilienhäusern betreuen wir Gewerbeeinheiten, Büros, Werkstätten, Schulen, Kindertagesstätten, Verwaltungsgebäude und technische Betriebsstätten. Gerade dort, wo Messpflichten nach Strahlenschutzgesetz bestehen, unterstützen wir bei der Umsetzung wirksamer Maßnahmen.
64Kann ich mir Lüftungsgeräte vorher ansehen?
Ja. In unserem Showroom in Jena zeigen wir dezentrale und zentrale Lüftungsgeräte im Betrieb. Termine vereinbaren Sie bitte vorab.
65Wie lange dauert eine Radonsanierung?
Das hängt vom Umfang ab. Die Installation dezentraler Lüftungsgeräte ist oft innerhalb weniger Tage erledigt. Bauliche Maßnahmen und Abstimmungen mit mehreren Gewerken benötigen mehr Zeit. Hinzu kommt die Phase der Kontrollmessungen.
66Warum sollte ich einen Lüftungsfachbetrieb beauftragen?
Weil die Wirkung einer Radonlüftung von Details abhängt: Luftmengen, Druckbalance, Geräteposition, Feuchteschutz und Regelung. Wir planen und betreuen Lüftungsanlagen seit über zehn Jahren und haben in zahlreichen radonbelasteten Objekten die Konzentration gesenkt.
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Weiterführende Informationen
Quellen und Fachliteratur
- Bundesamt für Strahlenschutz: Radon
- BfS: Übersicht der Radonvorsorgegebiete in Deutschland
- Sächsische Energieagentur SAENA: Radonberatung
- Freistaat Sachsen: Radon in Sachsen
- Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN)
- Umweltbundesamt, Innenraumluft 2024: Beitrag zur Radonreduktion mit dezentraler Lüftung
Kontakt
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